Neuigkeiten vom Kommandanten der F215

Der Kommandant unserer “Brandenburg” Fregattenkapitän Jan Hackstein war so freundlich, dem Freundeskreis der F215 ein kleines “News-Update” zu schreiben. WIr bedanken uns dafür und möchten dies auch mit Ihnen teilen:

Wo sind wir und was ist alles inzwischen passiert?

Nach der Familienfahrt begann die Vorbereitung auf das Werftvorhaben, und nach ersten Vorbereitungen und der notwendigen Munitionsabgabe hat das Schiff in das Marinearsenal Wilhelmshaven verlegt. Dort hat die Besatzung das Schiff leergeräumt; alle persönlichen Gegenstände, dienstlichen Ausrüstungsgegenstände, Ersatzteile etc. pp. haben das Schiff verlassen und fast alles wurde in Containern für die Dauer des Werftaufenthaltes weggestaut. Teile unserer Ausrüstung wurden zu Überprüfungen und Instandsetzungen abgegeben. Die Besatzung hat das Schiff verlassen und große Teile davon haben ihre Büros im Gebäude 65 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven eingerichtet. Unser “Steinschiff” wird unser Abstützpunkt hier in Wilhelmshaven für die kommenden Wochen und Monate sein.

Zeitgleich zum Ausräumen / Auszug des Schiffes wurden alle Waffen und Sensoren abgebaut und zur Überprüfung, Kalibrierung und ggf. Instandsetzung an die Werkstätten des Marinearsenals abgegeben. 

Am 25. Juni hieß es dann wieder “alle Leinen los und ein” und die BRANDENBURG verlegte mit einer Rumpfbesatzung aus dem Marinearsenal über die Seeschleuse in Wilhelmshaven über die Jade in die Nordsee. Die etwas kabbelige See verhinderte, dass wir die Zeit in See noch für Ausbildung nutzen konnten, denn das leere Schiff tanzte wie ein Korken auf der See. Die Nacht zum Dienstag verbrachten wir vor Anker und verlegten am Dienstag, den 26. Juni in die Weser nach Berne. Eigentlich sollten wir an diesem Tag am Nachmittag in das Schwimmdock der dortigen Lürssen-Werft, einem ehemaligen Marinedock des inzwischen geschlossenen Marinearsenal Kiel, eindocken. Allerdings gab es technische Probleme mit dem Dock (es konnte nicht weit genug abgesenkt werden, sodass wir nicht in das Dock einschwimmen konnten), sodass der Dockvorgang abgebrochen wurde und wir zu einem weiteren Werftteil von Lürssen nach Lemwerder in der Nähe von Bremen verlegen mussten. Die Werft hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, noch in der Nacht ein Peilboot über die sogenannte Dockgrube (die Stelle, wo das Dock abgesenkt wird) fahren lassen und bereits am nächsten Morgen einen Saugbagger die nötige Wassertiefe herstellen lassen. Jede Menge eingespülte Sedimente hatten verhindert, dass das Schwimmdock weit genug eintauchen konnte. Zwei Tage später fand bei strahlendem Sonnenschein der nächste Versuch statt und er klappte vorbildlich. Das Schiff saß nach dem Aufschwimmen des Docks auf den Pallungen.

Anfang Juli war die erste Statusbesprechung, eine vierzehntägige Besprechung über den Fortschritt des Werftaufenthaltes. Ende Oktober sollen wir wieder ausdocken. 

Diejenigen Kameradinnen und Kameraden, die nicht gerade am Schiff sind, haben nun die Gelegenheit, Urlaub und Überstunden abzubauen und Lehrgänge zu besuchen. Aber auch unser Personal in Berne wird durchrotieren, so dass wir trotz aller Betriebsamkeit in der Werft eine Chance zur Erholung und teilweise zur Weiterbildung haben. Wir haben einen neuen Operationsdienstoffizier bekommen, eine neue Schiffsärztin und zwei neue Offiziere, die als zweiter Navigationsoffizier und U-Jagd-Offizier ihren Dienst versehen werden.

Herzliche Grüße aus Wilhelmshaven,

Jan Hackstein
Fregattenkapitän