Der Rote Adler fliegt wieder

Liebe Familienangehörige und Freunde der Besatzung der Fregatte Brandenburg!

Heute möchte ich mich ganz kurz fassen und freue mich Ihnen berichten zu können, dass wir gestern Abend spät ausgedockt sind und uns, nachdem wir heute früh betankt wurden, seit 14:00 Uhr auf dem Weg in unser Einsatzgebiet befinden.

Der Rote Adler fliegt wieder!

Mehr in meiner nächsten Info.

Beste Grüße,

 

Ihr Christian Scherrer

Fregattenkapitän und Kommandant

Heimtabrief Nr. 4

Piräus, 11.05.2017

Liebe Familienangehörige und Freunde der Fregatte Brandenburg,

wie Sie sehen liegen wir immer noch bzw. schon wieder in Piräus – nur dieses Mal „hoch und trocken“.
Nicht alles, was Sie in den letzten Tagen und Wochen in der Presse und den sozialen Medien über uns lesen konnten, entspricht der Wahrheit. Fehlinformationen und Übertreibungen sorgten für ein falsches Bild in der Öffentlichkeit. Sich darüber zu ärgern hilft nicht weiter.

Die Ostertage in Piräus waren für die Besatzung geprägt von 25 Tonnen Proviantübernahme und einem Besuch von Mitgliedern des Deutschen Bundestages aber auch der Erkundung der Stadt Athen mit ihren großartigen historischen Sehenswürdigkeiten. Ostern im orthodoxen Griechenland zu erleben war auch ein ganz besonderes Erlebnis. Der Ostersonntag wurde um Mitternacht im wahrsten Sinne des Wortes mit Kirchenglocken und Feuerwerk eingeläutet und zahlreiche Besatzungsangehörigen haben sich für dieses Spektakel an Oberdeck eingefunden.

Das Auslaufen am Ostermontag war dann auf eine leider ganz andere Art und Weise spektakulär. Ich habe in meiner letzten Info kurz darüber berichtet.
Während des Auslaufmanövers aus dem Hafen von Piräus kam es zu einer Grundberührung. Nachdem wir direkt nach Verlassen des Hafens geankert haben, wurde durch unsere Bordtauchergruppe eine erste Schadensbegutachtung vorgenommen.

 

Dabei haben wir festgestellt, dass sowohl unsere Ruderanlage als auch der linke Propeller („Schiffsschraube“) bei der Berührung beschädigt wurden. Und zwar v.a. das Ruder so stark bzw. in einem so ungewissen Zustand, dass ich entschieden haben, den Einsatz zunächst nicht fortzusetzen. Über Nacht verblieben wir vor Anker und am Dienstag sind wir mit Unterstützung der griechischen Marine und zwei Schleppern (um kein weiteres Risiko einzugehen) in den Marinehafen Salamis eingelaufen.

Von Salamis aus, wurde dann ein geeignetes Dock für die Brandenburg gesucht. Denn es war klar, dass der Schaden „im Trockenen“ begutachtet werden muss. Diese Suche hat natürlich einige Zeit in Anspruch genommen. Zeit, die für die Besatzung mit Ungewissheit verbunden war. Allerdings muss man sagen, dass ein vergleichbarer Fall in heimischen Gewässern die gleichen Probleme bei der Suche eines Docks mit sich gebracht und sehr wahrscheinlich auch deutlich länger gedauert hätte.

Am 4. Mai haben wir schließlich in Piräus eingedockt. Das Schiff liegt „hoch und trocken“ und die Techniker aus Deutschland sind vor Ort und haben mit der Instandsetzung begonnen.

Gegenwärtig sieht es so aus, dass die Schäden alle in einer „akzeptablen“ Zeit repariert werden können (selbstverständlich ist jeder Tag Dockliegezeit ein Tag zu viel).

Ich möchte mich noch nicht abschließend festlegen, aber ich gehe fest davon aus, dass wir in diesem Monat unsere Patrouillentätigkeit wieder aufnehmen werden.

Die Besatzung lebt und arbeitet weiterhin an Bord; es gibt auch im Dock reichlich zu tun. Admiral Deertz und sein Stab führen den Verband auch weiterhin von der Brandenburg aus. Und unsere Aufgabe im Seegebiet hat bis auf Weiteres das Minentauchereinsatzboot Rottweil übernommen. Die Rottweil befand sich übrigens im Rahmen eines anderen NATO Einsatzverbandes im Mittelmeer, musste also nicht „extra wegen der Brandenburg“ aus Deutschland in das Mittelmeer verle- gen und sie ist auch nicht – wie in der Presse zu lesen war – Flaggschiff der SNMG 2.

Ich möchte an dieser Stelle auch berichten von zwei großen Paketen mit Briefen und Süßigkeiten, die mich zu Ostern aus Deutschland erreicht haben. Menschen, denen die Bundeswehr und vor allem die Soldaten im Auslandseinsatz am Herzen liegen, haben uns diese beiden Pakete mit jeweils über 20 Kg Süßigkeiten und anderen kleinen Geschenken sowie zahlreichen Ostergrüßen an Bord geschickt. Das Team der Initiative „Gemeinsam stark mit unseren Soldaten“, die Ihnen evtl. bekannt ist von dem „Gelben Band der Solidarität“, hat an uns gedacht und uns geschrieben:

„Es gibt viele Menschen, die hinter Euch stehen und stolz auf euch sind. Es ist für niemanden leicht, so lange fern von zu Hause zu sein, deswegen hoffen wir, die Pakete motivieren euch, die Zeit durchzuhalten.
Liebe Grüße vom Team `Gemeinsam stark mit unseren Soldaten ́“.

Von ganzem Herzen sage ich im Namen meiner Besatzung DANKE!!

 

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Liebe Mütter, Ehefrauen, Verlobte und Freundinnen!
Am Sonntag ist Muttertag und natürlich denken wir auch hier in Griechenland an Sie alle! Die Besatzung der Fregatte Brandenburg wünschen auf diesem Wege

 

Bis zum nächsten Mal, Ihr

Christian Scherrer

Fregattenkapitän

Neuer Vorstand des Freundeskreises

Anfang März 2017 trafen sich die bisherigen Mitglieder und die Initiatoren der Wiederbelebung des Freundeskreis der Fregatte Brandenburg auf Einladung des Alt-Vorsitzenden Herrn Hans-Jürgen Kube und den Mitgliedern des Landtages Daniel Kurth, Michael Jungclaus und Danny Eichelbaum zu einer Versammlung im Industrie- und Technik-Museum der Stadt Ludwigsfelde. Dem Bürgermeister Herrn Igel und der Museumsleiterin Frau Krause sei an dieser Stelle für ihre Unterstützung gedankt.

In der Zusammenkunft wurde festgestellt, wie wichtig eine aktive und lebendige Bürgerbeteiligung zum Aufrechterhalten der Beziehung zwischen Mannschaft der Fregatte und den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Brandenburg ist.

Der Freundeskreis bestätigte dem alten Vorstand eine sehr gute Arbeit und konnte feststellen, dass aus organisatorischen Gründen ein Neuaufstellen des Vereins notwendig ist. Daher erklärten sich Herr Detlef Helgert, Herr Jörn Kube, Herr André Loppien und Herr Ronny Rohland bereit, die Funktion zur Koordination des neuen Vorstands des Freundeskreises zu übernehmen.

Als erste Amtshandlung des Freundeskreises wurde der bisherige Vorsitzende Hans-Jürgen Kube zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Der Freundeskreis wird auch weiterhin als Schnittstelle zwischen der Besatzung der F215 und den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Brandenburg fungieren und diese Verbindung mit Leben erfüllen.

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Alter und neuer Vorsitzender: Detlef Helgert (links) und Hans-Jürgen Kube